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Das Konzept der Wissenschaft ist eine westliche Institution. Sie beinhaltet die Suche nach Allgemeingültigkeiten und will Dinge einordnen, d.h. die wahrnehmbare (und teilweise auch die nicht wahrnehmbare) Realität erfassen. Sie hat einen Wahrheitsanspruch und möchte erklären, warum etwas so ist, wie es ist und die Erklärung belegen.

Die Sozial- und Kulturanthropologie wird als Verstehens- (idiographische) und nicht als Erklärungswissenschaft (nomotetische Wissenschaft) verstanden, da eine Überprüfung der Ergebnisse im naturwissenschaftlichen Sinne nicht möglich ist. Ethnologische Untersuchung geht qualitativ und nicht quantitativ vonstatten. Sie ist nicht vergleichbar mit wiederholbaren Experimenten der Naturwissenschaften. Deshalb ist es wichtig, sich darüber bewusst zu sein, dass die Ergebnisse der Feldforschung von der subjektiven Wahrnehmung des Ethnographen, von den verfügbaren Indizien und von nicht wiederholbaren Zufällen abhängen. Die Standardisierung des Forschungsvorgehens ist nicht möglich. Um sich nun nicht dem Vorwurf der fehlenden Wissenschaftlichkeit auszusetzen, setzt die Ethnologie auf größtmögliche Transparenz dahingehend, wie sie zu ihren Ergebnissen gekommen ist.

Verstehenswissenschaften sind weniger als die Erklärungswissenschaften auf den Nutzen ihrer Erkenntnisse ausgerichtet.

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