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Der Evolutionismus ist ein ethnologisches Paradigma, das die Fachdiskussion von der Hälfte des 19. Jhdts. bis Anfang des 20. Jhdts. prägte. Die Theoretiker, die ihm zugeordnet werden, betrieben bis auf wenige Ausnahmen keine Feldforschung und werden daher als Lehnstuhlethnologen bezeichnet.

Hauptthesen

  • Universalgeschichte
  • Übertragung biologischer Erkenntnisse zur physischen Evolution (Charles Darwin) auf die geistig/seelische Evolution der Menschheit (Annahme Tylors)
  • geistig/seelische Einheit der Menschheit
  • Idee der unilinearen Entwicklung der Gesellschaft von einer Entwicklungsstufe zur nächsten
  • deterministische Geschichtsauffassung impliziert gleiche Entwicklung bei allen Völkern
  • Kulturen sind im Bezug auf bestimmte Kulturelemente vergleichbar (Vergleichende Methode)

Methoden

  • Vergleich von Quellen (z.B. Reiseberichten, Berichten von Missionaren, etc.)
  • Historische Spekulation
  • "survivals" als Ausgangspunkt der Rekonstruktion der menschlichen Vergangenheit

Vertreter

Bedeutende Werke

Kritik

  • Deduktiver Ansatz der Lehnstuhlethnologen
  • Vernachlässigung der Kenntnisse existierender Gesellschaften
  • ethnozentristisches Weltbild der Evolutionisten
  • Konzentration auf Aufrechterhaltung der Entwicklungsschemata
  • Vorstellung die gesellschaftliche Entwicklung sei unilinear
  • Evolution nach kapitalistischem Vorbild als Wettbewerb zwischen Gesellschaften
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